Katalysatorsyst. zur Schadstoffred. bei der Düngemittelherst. gem. Kyoto-Protok.
(Heraeus Holding GmbH)
 
Projektbezeichung (ausgeschrieben):
Katalysatorsystem zur Schadstoffreduzierung bei der Düngemittelherstellung gemäß Kyoto-Protokoll

Bei der Düngemittelherstellung in der chemischen Industrie (Prozess der „Ammoniakoxidation“) werden große Mengen von Katalysatoren aus massiven Platinlegierungen in Form von gewirkten Netzen mit bis zu sechs Metern Durchmesser eingesetzt. Heraeus ist in der Fertigung dieser Edelmetall-Katalysatoren weltweit führend. Bei der Ammoniakoxidation entsteht jedoch auch das ozonschädigende Lachgas (N2O) in einer Nebenreaktion, ein Treibhausgas, das 310 mal schädlicher als Kohlendioxid wirkt. Die W.C. Heraeus GmbH hat einen neuartigen Mehrstufen-Katalysator entwickelt, mit dem bei der Ammoniakoxidation bereits die Entstehung von Lachgas deutlich reduziert werden kann. Entscheidend an der Innovation ist aber ein nachgeschalteter Sekundär-Katalysator, der freigesetztes Lachgas gezielt zerstört. In Kombination mit den direkt darüber liegenden Platin-Netzen wird die Emission des Treibhausgases um über 90 % gesenkt. Bei rund 1,2 Mio. Tonnen Lachgas, die pro Jahr bei der Düngemittelherstellung bislang freigesetzt werden, schont die Heraeus-Innovation die Umwelt damit erheblich. Die Neuentwicklung ist sehr gut vom Markt angenommen worden, trägt sie doch dazu bei, die international geltenden Emissionsgrenzwerte („Kyoto-Protokoll“) von Lachgas einzuhalten. Ein besonderer Vorteil ist, dass ein Re-Design vorhandener Anlagen nicht erforderlich ist und somit keine zusätzlichen Investitionskosten für den Betreiber der Anlagen anfallen.
 
Stand: 07.08.2006
Siehe auch: http://www.heraeus.com