Sieger und Finalisten 2016
Start-up-Unternehmen

Die Sieger und Finalisten der 35. Wettbewerbsrunde stehen fest und wurden im Rahmen einer festlichen Gala und Preisverleihung am 16. April 2016 im darmstadtium in Darmstadt ausgezeichnet.

Sieger

Hydrogenious Technologies GmbH

Hydrogenious Technologies GmbH

Wasserstoff ist ein wichtiger, universell einsetzbarer Grundstoff. Er kommt beispielsweise in der Metallurgie, bei der Verarbeitung von Rohöl zu Kraft- und Brennstoffen sowie bei der Herstellung verschiedener Chemieprodukte zum Einsatz. Für die Energiewende gilt der Stoff als Schlüsselelement, denn mit Hilfe von Wasserstoff lässt sich Energie einfach speichern und transportieren. Doch bislang fehlte die Technologie zur Speicherung im großen Umfang.

Wasserstoff wird in der Regel unter Druck gespeichert. Dabei werden auch bei sehr hohem Druck nur geringe Speicherdichten erreicht. "Das heißt, Aufwand und Ergebnis stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis. Mit unserem Speicherverfahren gibt es eine Lösung für dieses Problem", erklärt Daniel Teichmann, Geschäftsführer von Hydrogenious Technologies. Das Startup ist 2013 als Ausgründung der Uni Erlangen entstanden. "Jetzt können auch normale Tanklaster gefahrlos Wasserstoff transportieren – und das sogar mit einer höheren Speicherdichte."

Die auf dem Markt einzigartige Lösung basiert auf der selbst entwickelten Technologie von flüssigen, organischen Wasserstoffträgern ("Liquid Organic Hydrogen Carrier"-[LOHC]Technologie). Dabei wird der Wasserstoff mittels eines katalytischen Prozesses chemisch an ein flüssiges, nicht toxisches, schwer entflammbares Trägermaterial gebunden. Die Ausspeicherung erfolgt dann durch Dehydrierung, die Trägerflüssigkeit ist anschließend zu 100 Prozent wiederverwertbar. "Das von uns genutzte Trägermaterial kann wie eine Pfandflasche für bis zu 1.000 Speicherzyklen wiederverwendet werden", erläutert Teichmann.

Finalist

Fiagon AG Medical Technologies

Fiagon AG Medical Technologies

Das 2007 gegründete Unternehmen verfolgt einen ehrgeizigen Plan: Weltweit soll die eigene OP-Technik zum Standardverfahren in der chirurgischen Navigation werden. Dabei soll das System so klein und simpel sein wie möglich und helfen, schneller und sicherer zu operieren. Als entscheidendes Hilfsmittel setzt Fiagon dabei auf das Tablet-Device, mit dem der Operateur das System steuert. Gleichzeitig wird das Gerät genutzt, um Fotoaufnahmen des Patienten auf dem OP-Tisch zu machen. Durch eine Zusammenführung der Patientendaten aus Magnetresonanz- oder Computertomographie und der tatsächlich gegebenen Anatomie kann der Arzt eine vollautomatische Registrierung des Patienten vornehmen. Zum Einsatz kommt die klinische Navigation bereits in der Hals-Nasen-Ohren- und in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Aber auch in der Wirbelsäulen- und Neurochirurgie etabliert sich die Technologie zunehmend.

Finalist

nanoSaar AG

nanoSaar AG

Seit 2013 konnte nanoSaar mehr als 30 Unternehmen aller Größenordnungen im In- und Ausland für eine Zusammenarbeit gewinnen. Die Liste mit Kundenanfragen wächst monatlich. Verantwortlich für den Erfolg ist die MicroJet-Reaktor(MJR)-Nanotechnologie, mit der das Unternehmen Nano- beziehungsweise Mikropartikel, -emulsionen und -verkapselungen produziert. Diese werden unter anderem in der Lebensmittel-, der Kosmetik-, der Chemie- und der Bauindustrie eingesetzt. In jedem Fall sorgen die Stoffe als Träger dafür, dass bestimmte Wirkstoffe in ein Produkt eingebunden werden können. Das Besondere an der Technologie von nanoSaar sind die Skalierbarkeit der Produktion auf mehr als 10.000 Jahrestonnen und die Möglichkeit, die Stoffe in einer klar definierten Größe herzustellen. Gegenüber anderen konventionellen Technologien lassen sich damit qualitativ bessere Ergebnisse erzielen.

Finalist

Sonovum AG

Sonovum AG

Bei Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Traumata oder Vorhofflimmern konnten bislang kleinste pathologische Veränderungen in der Hirngewebsstruktur nicht abgebildet werden. Sonovum hat dafür das weltweit erste nicht-invasive Verfahren entwickelt, das neben den aufwendigen und teuren Verfahren wie Magnetresonanz- und Computertomographie eingesetzt werden kann. Kleinste pathologische Veränderungen können damit sowohl als Momentaufnahmen als auch in Echtzeit abgebildet werden. Dazu werden zwei Sonden zur Ultraschallmessung an den Schläfen des Patienten angebracht. Die Behandlung selbst dauert nur wenige Minuten und kann überall in kürzester Zeit und durch jegliches medizinisches Personal erfolgen. Die Markteinführung ist ab 2016 in drei Stufen geplant. 2018 sollen auch Privatpersonen die vollmobile Version mit Headset, Tablet und Cloud-Verbindung erwerben können.