bioliq - Synthesekraftstoff aus Biomasse
(Forschungszentrum Karlsruhe GmbH)
 

Mineralöl ist nur begrenzt vorhanden und seine Verfügbarkeit vielen politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten unterworfen. Die Nutzung von Biomasse zur Herstellung hochreiner Kraftstoffe und hochwertiger chemischer Grundprodukte auf einer erdölunabhängigen Basis spielt dabei eine wichtige Rolle. Allein die vorhandenen ungenutzten biogenen Reststoffe wie Stroh oder Restholz können über 10% des derzeitigen Kraftstoffbedarfs in Deutschland decken. Die großtechnische Nutzung scheiterte bisher daran, dass Biomasse auf große Flächen verteilt und wegen der niedrigen Energiedichte und der langen Transportwege nicht wirtschaftlich zu verwerten war.

Das im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte mehrstufige bioliq-Verfahren sieht deshalb vor, in der ersten Stufe aus der Biomasse durch regional verteilte Schnellpyrolyse-Anlagen ein transportfähiges flüssiges Zwischenprodukt hoher Energiedichte (BioSynCrude) zu erzeugen. Dieses wird dann mit geringen Transportkosten zur zweiten Verarbeitungsstufe, einer zentralen Großanlage zur Synthesegaserzeugung und nachfolgender Kraftstoffproduktion, angeliefert.

In Kooperation mit Lurgi AG wird nun im Forschungszentrum Karlsruhe eine Pilotanlage zur Demonstration des Gesamtprozesses "von der Ackerscholle bis zur Zapfsäule" errichtet. Der erste Teil wurde mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der Schnellpyrolyse Ende 2007 abgeschlossen. Damit lassen sich nun größere Mengen des "Energiebreis" erzeugen, der auch für Strom- und Wärmeerzeugung sinnvoll eingesetzt werden kann. Auf den CO2-neutralen High-Tech-Kraftstoff warten namhafte Automobilhersteller, um neue Motorkonzepte zu realisieren und gleichzeitig die Emissionen zu senken. Aus Beimischungspflicht wird Beimischungslust!

Das große nationale Interesse an dieser Lösung wird durch die beträchtliche Beteiligung der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger des BMELV dokumentiert. Darüber hinaus zeigen zahlreiche Anfragen insbesondere aus biomassereichen Ländern das globale Interesse am bioliq-Verfahren, das so einen nennenswerten Beitrag zum weltweiten Klimaschutz leisten kann.
 

Stand: 14.01.2008