Sieger und Finalisten 2016
Mittelständische Unternehmen

Die Sieger und Finalisten der 35. Wettbewerbsrunde stehen fest und wurden im Rahmen einer festlichen Gala und Preisverleihung am 16. April 2016 im darmstadtium in Darmstadt ausgezeichnet.

Sieger

WITTENSTEIN AG

WITTENSTEIN AG

In den Bereichen IT, Prozessoren, Steuerungstechnik, Sensorik und Software konnte man in den vergangenen Jahren eine rasante Weiterentwicklung beobachten – Innovationen, die im klassischen Maschinenbau und im Bereich der Hardware bisher fehlten. Thomas Bayer von der Wittenstein AG, einem Hersteller von Getrieben und Antriebssystemen, wollte das so nicht stehenlassen. Er stellte sich die Frage, wie die Getriebe aussehen könnten, die seine Kunden für die nächste Generation an Hochleistungsmaschinen benötigen würden. "Mit einem Team von drei Mitarbeitern stellten wir alle bekannten Konzepte gegenüber: Stirnrad, Planetenrad, Hypoidgetriebe, Harmonic-Drive-Prinzip, Exzentergetriebe mit Evolvente und Zykloid-Getriebe in verschiedensten Bauformen", so Bayer. Jedes Konzept verfüge über seine spezifischen Stärken und Schwächen. Aber kein Getriebe leiste alles gleich gut hinsichtlich Steifigkeit, Tragfähigkeit, Spielfreiheit oder Präzision. "Alles auf einmal und um Faktoren besser – das wollten wir!"

Das Ergebnis nach acht Jahren Forschung und Entwicklung ist ein Hochleistungsgetriebe mit dynamisierten Einzelzähnen und sogenanntem hydrodynamischem vollflächigem Zahneingriff. Die neue Getriebegattung "Galaxie" soll für eine Steigerung der Produktivität sorgen und dafür nur einen geringen Material- und Energieeinsatz erfordern.

Finalist

BEGO Bremer Goldschlägerei Wilhelm Herbst GmbH & Co. KG

BEGO Bremer Goldschlägerei Wilhelm Herbst GmbH & Co. KG

Spielzeug, Handyhüllen, Gasturbinen – mit 3-D-Druckern lassen sich die verschiedensten Produkte herstellen. Der Vorteil der Technik liegt darin, dass zur Herstellung nur die Materialmenge verwendet wird, die nötig ist. Dank des speziell entwickelten 3-D-Druck-Systems "Varseo" von Bego können jetzt auch Dentallabore die innovative Technik nutzen und so beispielsweise individuelle Abformlöffel, Schienen, Bohrschablonen, Modelle und Modellgussgerüste drucken. Herzstück des Druckers ist das Kartuschensystem, das einen Materialwechsel in wenigen Sekunden ermöglicht. Laut Bego ist dies einer der wesentlichen Vorteile der Eigenentwicklung gegenüber herkömmlichen Systemen. Da die Kartusche zudem geschlossen ist, ist unter anderem das Risiko einer Verunreinigung deutlich geringer. Anwender können zwischen fünf Spezialharzen für die Fertigung wählen. Weitere Harze und Anwendungsbereiche sollen in naher Zukunft noch hinzukommen.

Finalist

DeVeTec GmbH

DeVeTec GmbH

Aus Abwärme hochwertigen Strom erzeugen – das ist das Ziel des Maschinenbauunternehmens DeVeTec. Viele Abwärmeströme aus Industrieprozessen werden derzeit noch ungenutzt an die Umwelt abgegeben. Denn speziell für die Stromerzeugung aus Wärmeströmen auf einem Temperaturniveau zwischen 200 und 400 Grad Celsius im Leistungsbereich von 50 bis 200 Kilowatt stehen noch keine technisch ausgereiften und wirtschaftlich attraktiven Lösungen zur Verfügung. Die Lösung von DeVeTec ist ein spezielles Abwärmekraftwerk mit einem Dampfexpansionsmotor, der mit Bioethanol statt wie üblicherweise mit Wasser läuft. Das System wird überall dort eingesetzt, wo Abwärme mit mindestens 240 Grad Celsius und einer Leistung von mindestens 0,7 Megawatt ausgestoßen wird. Laut ORC-Fachverband können mit dem Abwärmepotential allein aus der Industrie rund 5 bis 6 Gigawatt elektrische Leistung erzeugt werden.

Finalist

Organobalance GmbH

Organobalance GmbH

Rund drei Milliarden Menschen weltweit sind mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert. Herkömmlicherweise werden diese Patienten mit Antibiotika behandelt. Doch ein Viertel aller Helicobacter-Infektionen lässt sich selbst mit einer Kombination von drei verschiedenen Antibiotika nicht mehr behandeln. Eine Alternative zur herkömmlichen Behandlung hat die Firma Organobalance mit dem Medikament "Pylopass" auf den Markt gebracht. Dieses basiert auf einem natürlichen Milchsäurebakterium, das in einem Screening von 700 verschiedenen Stämmen herausgefiltert werden konnte. Das Bakterium aggregiert den Helicobacter pylori und transporiert den krankheitserregenden Keim aus dem Magen. "Pylopass" ist bereits weltweit als Wirkstoff in Nahrungsergänzungsmitteln vorhanden. Da das Bakterium keine Kühlung braucht, kann es auch in wärmeren Klimazonen ohne besondere Vorkehrungen zum Einsatz kommen.