Sieger und Finalisten 2015
Grossunternehmen

Die Sieger und Finalisten der 34. Wettbewerbsrunde stehen fest und wurden im Rahmen einer festlichen Gala und Preisverleihung am 21. März 2015 im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Sieger

KUKA AG

KUKA AG

Roboter mit Gefühl

„Hilfe, die Roboter kommen!“ – Weit gefehlt, der empfindsame Leichtbauroboter aus Augsburg dürfte die Angst vor der neuen Industriewelt erst einmal bannen. Und sichert sich so den ersten Platz in der Kategorie „Großunternehmen“ beim Innovationspreis der deutschen Wirtschaft.

Fast elegant wirkt der Leichtbauroboter „LBR iiwa“ der KUKA AG aus Augsburg. Der metallfarbene Roboterarm ist schlangenartig gewunden, am Kopf und an zwei weiteren Gelenken sind orangefarbene Kappen aufgesetzt. Als Serviceroboter soll er die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine neu definieren. „LBR iiwa ist der erste industrietaugliche Leichtbauroboter der Welt. Er kann direkt und ohne Schutzzaun mit dem Menschen zusammenarbeiten“, sagt Albrecht Hoene, Projektleiter Leichtbauroboter bei der KUKA-Tochtergesellschaft KUKA Roboter GmbH. Das Besondere: Der Roboter reagiert auf menschliche Berührung. Bisher sei es nicht möglich gewesen, dass Mensch und Roboter Hand in Hand arbeiteten. So seien Roboter und Menschen stets durch Schutzzäune voneinander getrennt gewesen. „Gerade im Hinblick auf Industrie 4.0 und die Fabrik der Zukunft war es wichtig, einen sensitiven, sicheren Roboter zu entwickeln, der nahtlos in den Produktionsablauf integriert werden kann und so eine flexible Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter ermöglicht“, erklärt Hoene.

Finalist

ABB AG

ABB AG

Stromkabel ist nicht gleich Stromkabel. Das wird deutlich, wenn Strom aus erneuerbaren Energien von den Offshoreanlagen in der Nordund Ostsee in die südlichen Teile Deutschlands transportiert wird. Auf der Strecke gehen Teile der Energie verloren, und die Kapazität des bestehenden Kabelnetzes ist begrenzt. Unterirdische Erdkabel bieten eine mögliche Ergänzung zu den Freileitungen, waren bisher aber deutlich teurer. Mit dem neuen Gleichstromkabel von ABB geht weniger Energie verloren, weil es mit einem speziellen Kunststoff beschichtet ist. Außerdem erhöht sich die maximale Spannung, die ein Erdkabel transportieren kann, von bisher 323 auf 525 Kilovolt. Wofür vorher vier bis sechs Kabel nötig waren, reichen jetzt nur noch zwei aus. Sie sind leichter, sicherer in der Montage und können den Strom statt 1.000 Kilometer weit nun über eine Entfernung von 1.500 Kilometern transportieren. Der Umwelt zuliebe enthalten die Kabel kein Blei, keine ölhaltigen Materialien oder Imprägnierstoffe mehr. Den Nord-Süd-Stromautobahnen steht damit ein Hindernis weniger im Weg.

 

Finalist

Clariant Produkte (Deutschland) GmbH

Clariant Produkte (Deutschland) GmbH

Sie stecken in Kunststoffen, in der Beschichtung von Textilien und in Klebstoffen, sind für den Verbraucher aber nicht sichtbar: die sogenannten Additive. Sie sind Hilfsmittel, die in der Produktion und in Endprodukten wichtige Aufgaben erfüllen und den Energieverbrauch in der Herstellung reduzieren. Sie waren bisher jedoch nicht recycelbar, und bei ihrer Produktion fielen hohe Rückstände an. Um diese Probleme zu umgehen, hat Clariant spezielle Wachse mit Polymeren kombiniert, einem chemischen Stoff, der ein Hauptbestandteil von Kunststoff ist. Das so neu gewonnene Additiv mit dem Namen Licocene® gleicht einem Wunschbaukasten. Erstmals lassen sich wichtige Eigenschaften wie die Härte, die Transparenz oder der Schmelzpunkt des Materials individuell kombinieren. Dadurch reduziert sich zum Beispiel bei der Produktion von Klebstoffen oder bei der Beschichtung von Matratzen der Energieverbrauch, und beschichtete Textilien werden recycelbar. Die erste kommerzielle Produktionsanlage ging 2006 in Betrieb und soll im laufenden Jahr ausgebaut werden.

Finalist

Infineon Technologies AG

Infineon Technologies AG

Im Internetzeitalter nimmt die Zahl digitaler Geräte und Anwendungen weltweit zu. Mit den wachsenden Datenströmen und Nutzungszeiten steigen für die Betreiber von Rechenzentren der Stromverbrauch und damit die Betriebskosten. Das liegt auch daran, dass die Effizienz der Spannungsregler begrenzt ist, die die Versorgungsspannung für elektronische Schaltungen auf einen konstanten Wert regeln. Dabei geht Energie in Form von Wärme verloren, die sogenannte Verlustleistung. Der neue Gleichspannungsregler DrBlade™ von Infineon reduziert diese Verlustleistung. Wesentliche Gründe dafür: Der Spannungsregler lässt sich digital steuern und damit flexibler an die eingehende Spannung anpassen. Beim Stromfluss durch das Gehäuse und die enthaltenen Halbleiterchips geht weniger Energie verloren. Für das Gehäuse hat Infineon erstmals zwei Technologien aus bisher getrennten Industriezweigen kombiniert: der Halbleiter- und der Leiterplattentechnologie. DrBlade™ ist kleiner und ermöglicht günstigere Endprodukte, wie zum Beispiel einen Server mit weniger Kühlungsbedarf.